Plakat Lieder der Welt

Programm

Ansage

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Ich begrüße Sie herzlich zum diesjährigen Herbstkonzert des Meller Madrigalchores. „Lieder der Welt” wollen wir Ihnen heute zu Gehör bringen. Ganz bewusst nicht „Lieder aus aller Welt”, denn dann wären wir morgen früh noch nicht fertig.

Schon Johann Gottfried Seume pries „Die Gesänge” in einem langen Gedicht von 26 Strophen. – – – Keine Angst ich beschränke mich hier auf die erste:

Wo man singet, laß dich ruhig nieder,
Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;
Wo man singet wird kein Mensch beraubt:
Bösewichter haben keine Lieder.

Er muss es wissen, er hat sich ja halb Europa erwandert.

Gesungen wird überall, und überall findet man schöne und eingängige Melodien. Es sind nicht nur Volkslieder, die diesem Anspruch gerecht werden. Manches Lied kam als Kunstlied oder Schlager in die Welt und hat sich zu einem Ohrwurm und Evergreen entwickelt.

Mit mit einer Liebesadresse an eine Lady Greensleeves – an eine Dame mit grünen Ärmeln machten wir den Anfang. Das Lied ist alt, schon Shakespeare kannte es, aber die Vermutung, Heinrich VIII. habe es für Anne Boleyn geschrieben, gehört doch wohl ins Reich der Fabel.

Viele Lieder sind wie Greensleeves Liebeslieder, so auch das japanische A no subarashi, darin geht es um die Sehnsucht nach der verloren gegangenen Liebe.

Kein Liebeslied ist das australische Waltzing Matilda. Ein swagman, ein Landstreicher, sitzt an einem billabong, einem Wasserloch, unter einem coolibah tree, einem Eukalyptusbaum, und wartet darauf, dass sein billy, sein Teetopf, kocht. Da kommt ein jumbuck, eine halbwildes Schaf, an den billabong. Der swagman packt es und steckt es in seinen tucker bag, seinen Proviantbeutel. Daraufhin kommt der squatter, der Besitzer, auf seinem thoroughbred, seinem Reitpferd, samt drei troopers, Polizisten, und fragt nach seinem jumbuck. Der swagman reißt aus, und um nicht gefassst zu werden, ertränkt er sich im billabong. Er spukt jetzt immer noch dort herum. Die waltzing matilda, die wiederholt angesungen wird, hat nichts mit Walzer zu tun und ist auch keine Frau. Es ist ein Slang-Wort für den tucker bag, waltzing heißt wie im Deutschen auf der Walz, d. h. unterwegs sein.

Wir beschließen die erste Hälfte unseres Konzertes mit der „Launigen Forelle”. Diese lässt uns noch weitere Musikrichtungen erleben. Auch bislang nicht zur Geltung gekommene Gegenden, Bayern, Österreich, Italien, Russland, kommen hier zum Zuge. Danach machen wir eine Pause von 15 Minuten. Sie können dahinten auch etwas zu trinken bekommen.

Morris Minor

Nach der Pause erfreut uns zunächst die Gruppe „Morris Minor” mit traditioneller irischer Musik. Soviel kann ich jetzt schon verraten: da steht Ihnen ein ganz besonderer Genuss bevor.

Fangen wir erst mal an!

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