Gebet der Teresa von Avila


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(3.9.2011)

Lieber L.!

60 ist ja noch kein Alter. Da man aber nicht früh genug anfangen kann, sich darüber Gedanken zu machen, habe ich dir ein Gebet der Teresa von Avila herausgesucht.

Teresa von Avila1 lebte von 1515 bis 1582. Sie gründete den Orden der Barfüßigen Karmeliterinnen. 1944 ernannte man sie zur Schutzpatronin der Schachspieler. 1970 erhob sie der Papst zur Kirchenlehrerin. Sie verfasste neben ihren meditativen Schriften circa 15 000 Briefe. Durch eine Reihe von Anekdoten ist ihr burschikoser Umgang mit den Obrigkeiten bezeugt.

Der päpstliche Nuntius Sega charakterisiert sie als „… eine ruhelose Vagabundin, widerspenstig und verstockt, die unter dem Deckmantel der Frömmigkeit schlechte Lehren erfindet, sich entgegen den Anordnungen ihrer Vorgesetzten und des Tridentinums außerhalb der Klausur bewegt und doziert wie ein Professor, obwohl der Apostel Paulus den Frauen eine öffentliche Lehrtätigkeit verboten hat.”

In einem Schreiben an den höchsten Repräsentanten ihres Ordens: „Wenn wir vor dem Angesicht Gottes erscheinen, werden Euer Ehrwürden sehen, wie viel Sie Ihrer wahren Tochter Teresa de Jesus verdanken.”

Pater Gracian, ihr vorgesetzter Provinzial, scheint im Umgang mit Reittieren eklatantes Ungeschick gezeigt zu haben: „Man müsste Sie festbinden, damit Sie nicht mehr herunterfallen” Fünf Jahre später:„Ich fürchte, dieses kleine Maultier ist nicht das richtige für meinen Pater, und ich meine, er sollte sich ein besseres kaufen ... Dass man mir nur kein Tier kauft, das meinen Pater abwirft! Bei dem jetzigen Maultier macht mir das weniger Sorge, weil es nicht hoch ist.”

Sogar Gott gegenüber trat sie manchmal sehr energisch auf, wenn ihr dieser Aufträge gab, die ihr nicht behagten:„Warum machst Du mir Herr, diese Sorge? Kannst Du nicht selber Deine Stimme erheben, und mit jenem Menschen sprechen?”

Als auf einer ihrer Reisen quer durch Spanien ihr Gefährt in den durch tagelange Regenfälle aufgeweichten Straßengraben stürzt und die Achse zerbricht, wendet sich Teresa vorwurfsvoll an Jesus und glaubt darauf die folgenden Worte zu vernehmen: „Meine Tochter, so behandle ich zuweilen meine Freunde …” Worauf Teresa nicht umhin kommt, zurück zu geben: „Ja, Herr, darum habt ihr auch so wenige.”

Aus einem Gebet:

Herr der Töpfe und Pfannen,
ich habe keine Zeit, eine Heilige zu sein

Das Gebet einer Seniorin2 ist neben (1K) hier als pdf-Datei wiedergegeben.


1  http://www.elisabethkirche.de/spiforum/mystik/indxavil.htm gibt eine ausführliche Biographie und Würdigung der Teresa von Avila. Die Anekdoten sind dieser Quelle entnommen. (4.9.2011)
2 Das Gebet folgt im Wesentlichen der Internet-Quelle  http://www.sankt-franziskus-xaverius.de/. (4.9.2011)
© Lothar Melching Letzte Änderung: 4.9.2011 zum Seitenanfang