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14.9.2014

Liebe … ! Liebe Gäste!

Der Weg von 1944 bis 2014 ist ein langer, nicht immer leichter, über Höhen und Tiefen sich windender Weg. Ich will gar nicht erst versuchen, ihn kartographisch nachzuzeichnen; denn wenn man jedem der 25 567 Tage auch nur eine Sekunde widmen wollte, hätte man gut sieben Stunden zu tun, und das ist keinem zuzumuten. Und: Eine Lebensbeschreibung hat immer ein wenig den Beigeschmack eines Nachrufs, das wollen wir uns heute doch ersparen. Nur soviel: Die meiste Zeit ging's wohl bergauf, das war zwar oft mühsam, aber alles in allem hat es sich wohl gelohnt.

siebzig

Ich sagte: Die meiste Zeit ging's wohl bergauf – Das heißt aber nicht, dass du jetzt oben angekommen bist und nichts mehr zu erwarten bleibt. Aber der Rundblick ist schon imposant. Meister Fu Tse, besser bekannt als Konfuzius, fasste seine Erfahrung so zusammen (Das ist einer meiner Lieblingssprüche, deswegen komme ich immer wieder gern darauf zurück):

„Als ich fünfzehn war, war mein ganzer Wille aufs Lernen ausgerichtet. Mit dreißig Jahren stand ich fest. Mit vierzig hatte ich keine Zweifel mehr. Mit fünfzig kannte ich den Willen des Himmels. Als ich sechzig war, hatte ich ein feines Gehör, um das Gute und das Böse, das Wahre und das Falsche heraus zu hören. Mit siebzig konnte ich den Wünschen meines Herzens folgen, ohne das Maß zu überschreiten.”

Es ist schön, dass sich heute zu jedem Lebensabschnitt Gäste eingefunden haben, aus der Kinder- und Jugendzeit in Melle, aus der Studienzeit in Kiel und Münster, aus dem Berufsleben in Dorsten und Melle, dazu Freunde und Nachbarn, und mit jedem verbindest du etwas Besonderes. Es sind in dieser langen Zeit viele Freundschaften entstanden, nicht alle konnten heute hier erscheinen, einige sind auch nicht mehr unter uns – so ist das, wenn man siebzig wird. Um so mehr freut es, dass die Familie fast vollzählig versammelt ist.

Um dem ganzen einen würdigen Anstrich zu geben, möchte ich ein Gedicht vorlesen, das mir bei meinen Expeditionen im Internet über den Weg gelaufen ist:

Wer die Körner wollte zählen
die dem Stundenglas entrinnen,
würde Zeit und Ziel verfehlen,
solchem Strome nachzusinnen.

Auch vergehn uns die Gedanken,
wenn wir in dein Leben schauen,
freien Geist in Erdeschranken,
festes Handeln und Vertrauen.

So entrinnen jeder Stunde
fügsam glückliche Geschäfte.
Segen dir von Mund zu Munde!
Neuen Mut und frische Kräfte!

Das ist von Goethe, er hat es geschrieben zum siebzigsten Geburtstag des Fürsten Hardenberg. Und jetzt wollen wir mal probieren, ob wir nicht gemeinsam einen Geburtstags­kanon hinkriegen. Ich denke da an

Viel Glück und viel Segen
auf all deinen Wegen,
Gesundheit und Frohsinn
sei auch mit dabei.

© Lothar Melching
Erstellt: 16.9.2014
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