Geburtstag C.


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Liebe C.!

Man sollte es nicht für möglich halten. Wenn Du es uns nicht selber schriftlich gegeben hättest, einem andern hätten wir es niemals geglaubt, dass Du nämlich Deinen achtzigsten Geburtstag feierst. Das ist aber mal wirklich ein toller Anlass, und gerne sind wir Deiner Einladung gefolgt. Wir wünschen Dir für das nächste und viele weitere Lebensjahre, dass Du uns allen noch so fröhlich und tatkräftig und unserem Chor so stimmfest erhalten bleibst.

Fröhlichkeit, Tatkraft und Stimme hängen sicherlich mit Deinem Namen zusammen, mit dessen Auswahl Deine Eltern vor achtzig Jahren eine weise Wahl getroffen haben. Der Name Charlotte setzt sich aus zwei Elementen zusammen: aus der romanisierten Schreibweise „Karl” des althochdeutschen Wortes karal „der Tüchtige”, „der Freie”, und aus der französischen Verkleinerungsform „-otte”. Charlotte bedeutet also soviel wie „weibliches Karlchen”, „Karlalein” oder auch „kleine Tüchtige”. Kein Wunder, dass Du diesen Namen mit einer ganzen Reihe von berühmten – sagt man „Namensbasen”? – gemein hast. Die Literaturgeschichte ist voller Charlotten.

Es gibt noch ein paar andere, großartige Charlotten, manche haben sogar mit Dir, liebe Charlotte, irgendeinen Wesenszug gemein.

Und dann gibt es noch die Schalotte, eine milde Zwiebel, auch Edelzwiebel genannt. Der Name leitet sich vom Mittelmeerhafen Askalon her, von wo aus die Schalotte mit den Kreuzfahrern nach Europa kam. Aber ich glaube, das gehört jetzt nicht hierher.

Liebe Charlotte! Dein Name hat eine so schöne Bedeutung, dass wir dem nichts hinzufügen können. Mögest Du noch lange die Kraft und Ausdauer haben, als „kleine Tüchtige” zu wirken und Dich würdig in die Reihe Deiner Namensbasen einzureihen. Und mögest Du in unsrem Chor noch lange mit klangvoller Stimme singen und manchen launigen Vortrag zum Besten geben!

© Lothar Melching Letzte Änderung: 25.6.2011 zum Seitenanfang