Lieblingsgedichte

August Stramm (1874 - 1915)

Sturmanangriff

Aus allenWinkeln gellen Fürchte Wollen
Kreisch
Peitscht
Das Leben
Vor
Sich
Her
Den keuchen Tod
Die Himmel fetzen.
Blinde schlächtert wildum das Entsetzen.

Am 14. Februar 1915 schreibt August Stramm von der Westfront an Herwarth Walden: „Zum fürchten war alles zu furchtbar. Aber ein Grauen ist in mir ein Grauen ist um mich wallt wogt umher, erwürgt verstrickt, es ist nicht mehr rauszufinden. Entsetzlich. Ich habe kein Wort. Ich kenn kein Wort. Ich muß immer nur stieren, stieren um mich stumpf zu machen, um all das Gepeitsche niederzuhalten.”1

Beim Sturmangriff auf feindliche Stellungen am Dnjepr-Bug- Kanal in Weißrussland stirbt August Stramm am 1. September 1915 kurze Zeit nach einem Kopfschuss.

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1Nylands Kleine Westfälische Bibliothek 15, S. 94 (13.5.2020)
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