(Einige der folgenden Bilder beziehen sich auf Stücke aus dem Programm, aber ein bisschen Neugier soll schon noch erhalten bleiben)
Plakat Kontraste

Bei südamerikanischer Musik denken wir als erstes an Samba, Salsa und Lambada. Dass sich die Musik in Geschichte und Gegenwart vielfältiger und abwechslungsreicher darbietet, gerät darüber leicht in Vergessenheit. Einiges davon will der Meller Madrigalchor auf seinem Herbstkonzert am Sonntag, dem 5.11.2017 zu Gehör bringen. Das Konzert reiht sich ein in den Meller Kulturherbst, es findet statt in der Alten Stadthalle, Melle, Haferstraße 7, und beginnt um 19.30 Uhr.

Chorfoto Alte Stadthalle
Alte Stadthalle

Die brasilianische Provinz Minas Gerais (auf Deutsch: Allgemeine Bergwerke) erlebte im frühen 17. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung, als man dort Edelmetalle und Edelsteine zu Tage förderte. Die Folge war eine Blüte von Musik und Architektur im Nachklang des europäischen Barock. Und wie in Europa waren es vielfach religiöse, hier naturgemäß lateinisch-katholische Chorstücke.

Kirchen in Praca, Minas Gerais
Kirchen in Praça, Minas Gerais ( Source)

Später erinnerte man sich wieder der indianischen Wurzeln und es entstanden wunderbar melodische und gefühlvolle Lieder im Volkston. Wie überall auf der Welt geht es darin um die beiden wiederkehrenden Themen Natur und Liebe. Feld, Wald und Fluss bilden den Hintergrund, Dankbarkeit, Liebe und Sehnsucht finden Worte und Töne, fremd und doch irgendwie vertraut.

Ein stimmungsvolles Abend-Bild vom Rio Paraguay,
für das ich leider keine Lizenz habe.

Der südamerikanischen sollen Beispiele europäischer Chormusik vom Mittelalter bis in die Neuzeit an die Seite gestellt werden. Ein Rondeau eines französischen Trouvère, ein neapolitanischer Karnevalsschlager aus der Renaissance, eine Vertonung von Shakespeare, ein musikalischer Witz von Haydn, Nocturnos von Mozart – für Abwechslung ist gesorgt.

Mensuralnoten Fi Maris
Mensuralnoten zu Fi Maris ( Source)

Gerade diese Vielfalt wird, so der Titel „Kontraste”, das Konzert prägen. Nicht nur der Kontrast zwischen südamerikanischer und europäischer Chormusik, auch die Gegensätze zwischen religiöser Inbrunst und und gefühlvollem Überschwang, zwischen pathetischem Hochton und humorvollem Augenzwinkern, zwischen atemberaubendem Tempo und verhaltener Sanftheit sollen im Gegeneinander der einzelnen Stücke hörbar werden.

(Source)

Der Meller Madrigalchor hat das Programm unter seinem neuen Chorleiter Nicolai Strauch erarbeitet. Diesem obliegt auch die Leitung des Abends, und er wird die Chorstücke durch Klavierzwischenspiele ergänzen. Nicolai Strauch hat brasilianische Wurzeln und ist damit berufen, den Chor in dieses nicht immer leichte Gebiet einzuführen. Die temporeiche Bearbeitung eines deutschen Volksliedes durch Nicolai Strauch ist übrigens auch im Programm.

Jäger
( Source)

Karten zum Preis von 13 Euro sind beim Kulturamt der Stadt Melle, bei der Buchhandlung Sutmöller und an der Abendkasse erhältlich. Schüler, Studenten und Auszubildende zahlen 7 Euro.

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